Mit einer App versteckte Spionagekameras finden

Es ist gruselig, aber wahr: In manchen Hotelzimmern oder Ferienwohnungen werden Minikameras aufgestellt. So klein, dass man sie mit bloßem Auge kaum erkennen kann. Sie verstecken sich in Weckern, Kloschüsseln, Rauchmelden oder an vielen anderen kleinen Verstecken. Mit einer Smartphone App lassen sich die kleinen Bösewichte nun aber aufspüren!

Wo werden die Kameras versteckt?

Die sogenannten Spionagekameras sind sehr klein und lassen sich deshalb an fast jedem Ort platzieren. Mit nur wenigen Millimeter Größe finden sie Platz in Steckdosen, Mülltonnen, Weckern, Lampenschirmen, Klodeckeln, Regalen oder Rauchmeldern und so weiter. Nicht nur dienen der Polizei und Detektiven diese Kameras auch Privatpersonen oder Vermieter von Ferienunterkünften stellen diese kleinen Spione auf, um unschuldige Urlauber zu überwachen.

Besonders im Land Südkorea sei dieses Problem sehr oft aufgetreten. Dort wurden zwei Männer festgenommen, nachdem Sie mehrere Monate lang circa 1600 Urlauber aufgenommen hatten. Damit dieser Skandal endlich ein Ende hat, haben Forscher aus Singapur und Südkorea eine neue App entwickelt, die dabei helfen soll, die kleinen Kameras zu entdecken.

Wie funktioniert die App?

Die Software, die von den Forschern entworfen wurde, heißt Laser Assisted Photography Detection oder kurz auch LAPD. Die App kann auf ganz normalen Android Smartphones heruntergeladen werden, um Kameras zu entdecken. Getestet wurde die Funktionalität der App auch durch 379 Personen, die die Scanner App nutzen durften, um versteckte Kameras aufzufinden. Mit bloßem Auge erkannten die Testpersonen nur rund 46 Prozent der Kameras. Unter der Verwendung der Ap wurden sogar 88,9 Prozent der Kameras aufgespürt.

Es gibt zwar auch Detektoren, die solche Kameras aufspüren sollen, jedoch sind diese nicht so effektiv. Sie versuchen nämlich Funksignale oder Magnetfelder zu erkennen, die durch eine Kamera auftauchen. Kritik daran: Es kann zwar erkannt werden, dass in dem Raum eine Kamera versteckt wurde, jedoch ist nicht klar, wo sich diese Kamera befindet. Mit der App ist dies aber möglich!

Wie genau die App funktioniert? Auf jedem herkömmlichen Smartphone, welches einen Time-of-Flight-Sensor hat. Die ToF-Chips sind beispielsweise im Smartphone Samsung Galaxy S20+ und im Huawei P30 vorhanden. In den Apple iPhones sind nur Lidar-Scanner enthalten, die diese Technologie ebenfalls verwenden. Jedoch sind diese laut den Forschern nicht so funktionsfähig. Die ToF-Sensoren unterstützen die Kameras der Smartphones, da mit dem Infrarotlicht der Abstand zu Personen, Möbeln und Wände identifiziert werden kann. Je schneller das Licht wieder zurückkommt, desto näher ist das Objekt an der Kamera. So können auch besonders helle Reflexionen gefunden werden, da die meisten Kameralinsen das Licht stärker reflektieren als andere Gegenstände. Entdeckt die App eine solche Reflexion wird sie als Kamera markiert und du kannst nachschauen, ob es sich dabei wirklich um eine kleine Kamera handelt.

Gibt es auch Schwierigkeiten bei der App?

Leider hat die App ein Problem mit Alufolien und Plastiktüten. Damit diese nicht als Kamera identifiziert werden, kann die App auch überprüfen, wie rund die Reflexion ist. Die meisten Lichtpunkte von Spionagekameras sind nämlich eher rund als rechteckig oder linienförmig. Alle Reflexionen, die also rechteckig oder linienförmig sind, werden von der App außen vor gelassen. Im Anschluss kann die App mit der Unterstützung einer KI, die vorher mit 10.000 Fotos von kleinen Linsen trainiert wurde, überprüfen, ob das Objekt vor dem Handy einer Minikamera ähnelt oder ob es sich nicht doch nur um ein kleines Loch in der Wand handelt.

Ist die Kamera aber größer als herkömmliche Minikameras, dann hat die App ein Problem. Denn alle Objekte, die größer als zwei Millimeter Durchmesser sind, werden direkt aussortiert. Jedoch sollte dies auch kein Problem machen, weil du diese Kameras vermutlich selbst entdeckst und sie auch so generell nicht oft verwendet werden.

Wie findest du die App? Würdest du sie auch ausprobieren, wenn du in den Urlaub fährst? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen!

Quelle: Spiegel online

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